FOOD WASTE

Stop wasting Food

 

 

Rund 1/3 der weltweit produzierten Lebensmittel werden weggeworfen. In der Schweiz geht man von etwa der gleichen Grössenordnung aus. In Zahlen ausgedrückt sind das 2.3 Mio. Tonnen oder 300kg pro Person im Jahr. Stellt euch vor, jeder von uns wirft pro Jahr 300kg Lebensmittel in den Abfall. 61% gehen zu Lasten von Privatpersonen. In der Nachfolgenden Grafik ist die prozentuale Aufteilung in die verschiedenen Gruppen gegliedert.

Verteilung-Food-waste

Einen Grossteil der Lebensmittelabfälle sind vermeidbar. Nachfolgende Grafik zeigt die vermeidbaren Abfälle pro Gruppe.

Vermeidbare-Abfalle-Food-waste

 

Aus welchen Gründen werden die Abfälle aus heutigem Stand nicht vermieden? Gründe gibt es viele:

  • In der Verarbeitungsindustrie gibt es keinen Absatzmarkt für Nebenprodukte.

  • In der Gastronomie entstehen vermeidbare Abfälle durch Tellerreste von End- Konsumenten und Kochüberschüsse.

  • Im Detailhandel geht man von einem Überangebot aus oder falscher Lagerplanung.

Ist unser Konsumentenverhalten schuld?

Der eigentliche Verursacher sind wir Menschen. Folgende Beispiele unterstreichen diese Aussage: Auf der Infografik oben ist zu erkennen, dass im Grosshandel und Detailhandel 95% der Abfälle vermeidbar sind. Was denkst du ist der wirkliche Grund dafür? Neben falscher Lagerbewirtschaftung sind wir Konsumenten schuld für einen grossen Teil dieser Abfälle. Die Ansprüche an Lebensmittel von Seite der Konsumenten sind teilweise viel zu hoch. Wir wählen Produkte nach ihrem optischen Erscheinungsbild aus. Beobachtet werden kann das relativ gut bei Früchten und Gemüsen. Optisch weniger gutaussehendes Obst, wenn auch geschmacklich völlig Top, bleibt liegen, wird schlecht und muss entsorgt werden. Supermärkte backen oft Brote 30min vor Ladenschluss auf, können dann nicht mehr verkauft werden und werden entsorgt. Wir wollen zu jederzeit nur das Beste und frischeste konsumieren, sonst würden 30min. vor Ladenschluss keine Brote mehr aufgebacken.

Uns tut es Finanziell nicht weh und schätzen deshalb vielleicht unsere Lebensmittel zu wenig. Da spielt es auch keine Rolle, wenn einmal ein Produkt weggeworfen wird. Es kann ja ein neues, frisches gekauft werden. Würde der Lebensmittelkonsum 50% von unserem Einkommen ausmachen, würden wir uns wahrscheinlich 2-mal überlegen ein Produkt über dem Mindesthaltbarkeitsdatum weg zu werfen.

Hast du dich schon einmal gefragt in welche Richtung dein Konsumverhalten geht?

Was macht die Welt gegen Food Waste?

Das wegwerfen in Supermärkten verbieten:

Frankreich hat ein Gesetz erlassen, dass den Supermärkten verbietet geniessbare Esswaren wegzuwerfen. Unverkaufte Lebensmittel wurden einfach weggeworfen und verfallen lassen. Viele arme Familien, Arbeits- oder Obdachlose haben in der Nacht regelmässig nach Nahrung im Abfall der Supermärkte gesucht. Um sie fern zu halten, wurden die Lebensmittel absichtlich mit Bleichmittel ungeniessbar gemacht. Was eine absolute Katastrophe im Umgang mit unseren Ressourcen ist. Nach einiger Zeit und Diskussionen hat Frankreich ein neues Gesetzt gegen Food waste erlassen. Unverkaufte Lebensmittel müssen an karitative Einrichtungen oder als Tiernahrung gespendet werden. Für Supermärkte >400m² müssen sogar feste Verträge mit den Empfängern abgeschlossen werden. Bei einem Verstoss gibt es eine Geldstrafe bis 80'000 CHF oder 2 Jahre Haft.

Belohnungssystem:

In Italien wurden auf gesetzlicher Ebene die Bürokratischen Hürden abgebaut, damit die Lebensmittel einfacher an gemeinnützige Organisationen gespendet werden können. Wer sich daran hält, wird mit niedrigeren Entsorgungssteuern belohnt.

Neue Technologie:

Das Londoner Start-up Mimica arbeitet an einer Etikette, die anzeigt, wann ein Lebensmittel verdorben ist. Die Etikette ist für die Produkte gedacht, bei welchen das Mindesthaltbarkeitsdatum bereits überschritten ist. Denn wer sich nicht sicher ist ob ein Joghurt noch geniessbar ist, der wirft es einfach weg. Die Oberfläche der Etikette wölbt sich, sobald ein Produkt nicht mehr geniessbar ist.

Freiwillige Modelle:

Auf der Welt gibt es unzählige Gruppierungen, welche dem Food waste den Kampf ansagen. So wird zum Beispiel Food sharing betrieben, urbaner Gartenbau, Sattguttausch oder das Sammeln von verwertbaren Lebensmitteln aus Müllcontainern.

Was tut die Schweiz?

Grossverteiler wie Coop, Migros und andere spenden Ihre nicht verwertbaren Lebensmittel an Organisationen wie «Tischlein deck dich» oder «Schweizer Tafel». Diese wiederum verteilen die Lebensmittel an armutsbetroffene Menschen. Sind die Produkte für Menschen ungeniessbar, werden sie zu Biogas verarbeitet. Nebenprodukte landen im Lebensmittelkreislauf als Tierfutter für Tiere.

Weiter gibt es viele weitere Projekte, die den Non Food Waste unterstützen. So zum Beispiel die «Äss Bar». Die Äss Bar verkauft zu reduzierten Preisen Produkte, welche von den Partner Bäckerein nicht verkauft wurden. In Zürich sind in den letzten Jahren viele urbane Gärten entstanden. Die Gärten werden kollektiv bewirtschaftet und sollen die Wertschätzung von Lebensmitteln wieder steigern. Zahlreiche weitere positive Projekte sind in den letzten Jahren in der Schweiz entstanden.

Was macht Sontimo?

Auch uns liegt die Welt und deren Ressourcen am Herzen und pflegen einen Nachhaltigen Umgang mit unseren Lebensmitteln. So halten wir von unseren Produkten nur eine mindest Anzahl an Lager. Wir sind lieber einmal mehr ausverkauft und haben eine gewisse Wartezeit für einige Produkte, anstatt übermässig viele Produkte zu horten, mit dem Risiko des Wegwerfens. Müssen trotzdem einmal Lebensmittel aussortiert werden, spenden wir diese an karitative Einrichtungen. Zudem setzen wir uns im Social- Mediabereich aktiv gegen Food Waste ein.

Tipps für Privatverbraucher:

Non Food Waste liegt letztendlich an jedem einzelnen von uns. Hier einige Tipps, wie jeder von uns seinen Beitrag leisten kann:

  1. Vermeide unnötige Einkäufe 
    Führe eine Einkaufsliste und schaue vorher in deinen Kühlschrank. So kannst du sicher gehen welche Produkte du wirklich brauchst und vermeidest unnötige Käufe.
  2. Kaufe nicht mit hungrigem Magen ein 
    Wenn du hungrig einkaufen gehst, gelangen garantiert unnötige Produkte in den Warenkorb. Wer Hunger hat, übertreibt es gerne einmal.
  3. Keine Grosseinkäufe 
    Hast du das Ablaufdatum von deinen Produkten im Griff? Magst du die Produkte in nächster Zeit alle verzerren? Falls nicht, versuche keine grossen Einkäufe zu tätigen, dafür mehrere in kleineren Abständen. So kaufst du immer nach Bedarf ein und hast weniger Food waste.
  4. Lieber Einfrieren statt wegwerfen 
    Hast du einmal zu viel eingekauft oder gekocht? Nicht einfach wegwerfen. Friere die Produkte ein, dadurch werden die Lebensmittel fast unbeschränkt haltbar.
  5. Ablaufdatum? 
    Produkte nicht gleich wegwerfen, wenn das Verfallsdatum erreicht ist. Vertraue auf deine Sinne. Sehen, riechen und schmecken. Oft sind Lebensmittel noch lange nach Verfall geniessbar.

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